Algerien:
Christliche Glaubensverkündigung wird bestraft
In Algerien steht die
christliche Glaubensverkündigung unter Muslimen künftig unter Strafe. Präsident
A. Bouteflika unterzeichnete ein umstrittenes Gesetz,
das im September- ausgerechnet am Fest des Heiligen Augustinus, der im heutigen
Algerien gelebt hatte - in Kraft getreten ist.
Bei Verstößen drohen
Haftstrafen zwischen zwei und fünf Jahren sowie Geldbußen bis zu umgerechnet
$10.000. Verboten ist unter anderem die Herstellung, Verteilung und Aufbewahrung
„missionarischer Schriften“.
Nach Meinung der
Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte verletzt das neue algerische
Gesetz die Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Religionsfreiheit.
Im Hintergrund des neuen
Gesetzes steht einerseits das Bestreben der algerischen Politiker, sich mit der
Moschee gut zu stellen, andererseits aber auch eine massive Konversionsbewegung
in der Kabylei. In den letzten Jahren sind in der Kabylei viele evangelikale und methodistische Gemeinden
entstanden. Diese Gemeinden knüpfen zwar bewusst nicht an die große christliche
Tradition Algeriens an, trotzdem hat ihr Aufblühen in der islamischen
Religionsbürokratie die Alarmglocken läuten lassen.
Zugleich herrscht auch in der
algerischen Politik Unbehagen, weil in der Kabylei
der Widerstand gegen die seit Jahrzehnten betriebene Arabisierungspolitik immer
massiver wird. Die Kabylen bestehen auf ihrer Sprache
und ihrer Kultur; immer häufiger wird auch der Islam abgelehnt und eine
Rückbesinnung auf das christliche Erbe gefordert. Vor allem die Gestalt des
Heiligen Augustinus, des bedeutendsten Kirchenvaters der lateinischen Kirche,
ist in den letzten Jahren auch zu einem Identitätssymbol geworden.
Quelle: kipa