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In lieber Erinnerung an Wolfgang Schneider - 1925 -2007 California Staats-Zeitung vom 21. Juni 2007 von Theresa Berauer |
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Für vier Jahrzehnte konnten wir die deutsche Sendung von Wolfgang Schneider über das Radio hören. Am 20. Mai verstummte die gütige und wohlklingende Stimme für immer. 1964 fing Wolfgang Schneider bei der Radiostation KTYM, Los Angeles mit deutscher Musik, Sport und Reklame an. Im Juli 1969 begann er die “American Continental Hours” bei KCSN, Northridge. Er war Moderator und Produzent der Sendung und, da es ein Programm ohne Reklame war, sorgte er auch für die finanzielle Unterstützung der Radiostation von seinen Hörern. Die Sendung hatte viele Anhänger und wurde bis September 2005, also für 36 Jahre, ausgestrahlt. Im September 2005 wurde seine Sendung plötzlich von KCSN eingestellt. Es war ein schmerzhaftes Ende für Wolfgang Schneider und seine treuen Anhänger. Ein Ende, das keinen Raum für einen Abschied von seinen Hörern gestattete. Wolfgang, der mit seiner ehrenamtlichen Sendung doch Freude in das Haus seiner Zuhörer bringen wollte, war ratlos und äußerte sich mit den Worten “Ich kann doch meine Hörer nicht im Stich lassen”. Die vielen Protestbriefe der Radiohörer liessen KCSN-88.5FM ungerührt. Mit seinen 80 Jahren fing Wolfgang noch an, die Sendung über das Internet Radio auszustrahlen. Es war eine große Umstellung, doch mit Hilfe eines Radiohörers aus Deutschland (Harald Lehmkuhl aus Oldenburg), schaffte er es und die Sendung gewann wieder eine Hörerzahl und läuft auch jetzt noch im Sinne von Wolfgang Schneider unter www.g-a-info.com weiter. Für vier Jahrzehnte war Wolfgang Schneider auch als Sportsjournalist tätig. Erst für die Neue Zeitung/American European Weekly und anschließend für die California Staats-Zeitung. Nun gehört seine wöchentliche “Fussballszene USA” auf der Rückseite der California Staats-Zeitung der Vergangenheit an. Viele Stunden seines arbeitsreichen Lebens waren der Deutsch-Amerikanischen Gemeinde gewidmet. Wolfgang Schneider fand immer wieder einen Weg, die Verbindung zwischen der alten und der neuen Heimat zu verstärken. Am 19. September 1925 wurde Wolfgang Schneider in Hamburg geboren. Im Jahre 1947 heirateten Wolfgang und Irmgard in Weiden/Germany (60 Jahre würden es am 31. Oktober 2007 sein). Im Jahre 1955 wanderten sie nach Amerika aus und gründeten mit Söhnen Ben und Thomas ihre Familie. Es war die Liebe zu seiner Familie, sowie die Förderung des Fußballsports und des Deutschen Radio Programms, das seinen Lebensinhalt bildete. In den 1970er Jahren war er mit dem Fußball-Austausch-Programm der Jugendmannschaften in USA sehr beschäftigt. Er war für über 25 Jahre Vorsitzender des Fußball-Kultur-Austausch Programms. Durch seine Hilfe kamen über 300 Jugend-Mannschaften nach USA (Kalifornien) und er sandte 150 Mannschaften aus der Los Angeles Gegend nach Deutschland. Schwierig war es oft, genügend Familien für die Unterkunft der Mannschaften zu finden. 1979 erhielt er den “Human Relation Award of the City of Los Angeles”. 1985 wurde ihm der “Freundschaftspreis der Bundesrepublik Deutschland” zugeteilt. 1994 wurde Wolfgang Schneider für “30 Jahre Deutsches Radio Programm” mit dem Gala Rundfunk Ball geehrt. (zusammen mit Tibor Paul für 28 Jahre Deutsches Radio Programm und Peter Teichmann für 38 Jahre seines Programmes “Für jeden etwas”. Knapp 3 Monate vor dem Rundfunk Ball verstarb Peter Teichmann). 1997 wurde Wolfgang Schneider zum Ehrenmitglied des Deutsch-Amerikanischen Verbandes gewählt. 1997 erhielt er das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Roman Herzog. Im Februar 2004 gab Wolfgang Schneider ein Radio Interview mit Thomas Gottschalk. Das Interview und eine kurze Geschichte über das Leben von Wolfgang Schneider wurden für das Fernsehprogramm “Gottschalk in Amerika” gefilmt. Am 15. September 2005 wurde die “American Continental Hours” bei KCSN eingestellt. Am 19. September 2005 feierte Wolfgang Schneider seinen 80. Geburtstag. Anfang Januar 2006 begann Wolfgang Schneider damit, das ehemalige Radioprogramm über das Internet auszustrahlen. Im Januar 2007 wurde Wolfgang Schneider ins Krankenhaus eingeliefert. 4 Monate lang kämpfte er um sein Leben. Am 20. Mai 2007 schlief Wolfgang Schneider friedlich ein. Am 9. Juni fand im L.A. Soccer Club die Gedächtnisfeier für Wolfgang Schneider statt. Pastor Thomas Hildebrandt von der Christuskirche in Glendale hielt die Feier und gedachte mit lieben Worten an den Verstorbenen. Er erzählte über das Leben von Wolfgang Schneider und hatte tröstende Worte für die Familie. Es sei sehr schwierig zu begreifen, was das Sterben bedeutet. Doch wenn wir Hoffnung haben in Christus, dann bedeutet der Tod nicht das Ende. Durch die Erinnerungen, durch unser Denken, wird der Verstorbene immer bei uns sein “Tot ist nur wer vergessen ist” Erika Ross, 2. Präsidentin des DAV, sang danach das Lied "So nimm denn meine Hände und führe mich ……" Es klang wunderschön. Generalkonsul Dr. Christian Stocks, der vor eineinhalb Jahren nach Los Angeles kam, kannte leider Wolfgang Schneider nicht persönlich. Er war erstaunt, wieviel der Verstorbene für seine neue Heimat getan hatte. Wolfgang Schneider vergaß nie sein Heimatland, er war immer bestrebt, eine Brücke zwischen der alten und der neuen Heimat zu bilden. Resi Lengsfeld, Präsidentin des Deutsch-Amerikanischen Verbandes, richtete ihre Worte besonders an Irmgard Schneider, da sie selber im vergangenen Jahr erfahren mußte, wie traurig es ist, den Ehegatten zu verlieren. Mitfühlend zitierte sie “its better to have loved and lost then to have never loved at all” und sie ermahnte: Wolfgang Schneider will not be forgotten. Albert Zerhusen, Sportsdirektor des LASC hatte ergreifende Worte über Wolfgang Schneider. Er kannte ihn für 40 Jahre und verbrachte durch den Fußballsport viel Zeit mit ihm. Er stellte seine Sportskollegen vor: Dieter Steinrichter (Manager for G.A.S. Kickers, San Diego) Horst Mattegit (Fussball Gruppenführer des Phoenix Club in Anaheim), Stephen Bestenreiter (Coach des Vereins Alpine Kickers) die immer mit Wolfgang in Verbindung standen um Sportsergebnisse für die Zeitung auszutauschen. Albert erzählte: “Man konnte Wolfgang mit einem Wort beschreiben d e d i c a t e d . Wolfgang Schneider war voll und ganz seiner Aufgabe verschrieben. Seine Priorität war seine Familie, danach kam seine Liebe zum Fußballsport und dem Radio Programm. Ich bin noch immer verärgert über die Leute, die sein Radio Programm zerstört haben. Es war einer meiner traurigsten Tage des Lebens, als Wolfgang verstarb. Wolfgang wir vermißen Dich” Mit sentimentaler Stimme und den Strophen des Liedes Ich hatte einen Kameraden …beendete Albert seine Ansprache. Ernest Star, Präsident der Alemannia Music Foundation, spielte nachfolgend das Trompetensolo dieses Liedes. Selber sehr mit Musik verbunden, Ernest und seine Familie schätzten das Radio Programm von Wolfgang sehr. Kultur hält Menschen zusammen und die Radiosendung von Wolfgang Schneider hielt die deutsch-gesinnte Gemeinde zusammen, sagte Ernest Star. Als Widmung zu Wolfgang Schneider von der Alemannia Music Foundation und der Deutsch-Amerikanischen Blaskapelle spielte Ernest Star mit seiner Tochter und zwei Söhnen das Lied “Amazing Grace”. Es war ein feierlicher, musikalischer Ausklang. Horst Neu, Präsident des German South Bay Club kannte Wolfgang auch schon für viele Jahre. Er sah in Wolfgang ein Vorbild eines deutschen Gentleman. Wolfgang tat soviel für die Radio Station und somit für uns Alle. Horst hatte einen Brief von Harald Lehmkuhl aus Oldenburg, den er vorlas. Harald und Wolfgang hatten sich nie persönlich kennengelernt. Die vierjährige Freundschaft entwickelte sich durch den Briefverkehr. Harald unterstützte Wolfgangs Wunsch, die deutsche Tradition über das Radioprogramm wach zu halten und die Leute durch die Musik näherzubringen. Ben Schneider sagte noch liebe Abschiedsworte für seinen Vater. Erinnerungen an gemeinsame Ausflüge, an Fussballspiele, die er zusammen mit Vater und Großvater besuchte. An die liebevolle Unterstützung, die er von seinem Vater bekam und auch, daß seine Tochter Kristin als allererstes Wort “Opa” sagte. Thomas Schneider dankte Allen, die zu der Gedenkfeier seines Vaters kamen und bedankte sich auch für die viele Post. Er dankte Theresa Berauer für die Zusammenstellung der Feier während dieser schwierigen Zeit für die Familie. Thomas dachte zurück an die Tage mit Dad, als er als kleiner Junge zur Radio Station mitgehen und hi sagen durfte oder als er mit dem Jugend-Austausch Team mitreisen konnte und somit mit der deutschen Tradition vertraut werden konnte. Dad war auch dahinter, daßer seine Schule fertig machte, und er ist ihm dankbar dafür. Wolfgang fotografierte sehr gerne. Die unzähligen Fotos zu Hause erzählen davon. Ob auf dem Sportplatz, im Klubhaus oder auf Reisen, er hatte immer eine Kamera bei sich. Trotz der vielen Fotos konnte man kaum ein Bild finden, wo der Fotograf selber mit darauf war. Wolfgang hatte viel Freude mit seinen Enkeln. Er liebte das Leben und er kämpfte dafür während seiner letzten Monate. Doch das Leben fuer die Hinterbliebenen muß weitergehen. Lebewohl Dad, wir vermissen Dich sehr. Schnell wurden die vorbereiteten Gerichte von Vorstandsmitgliedern des LASC (Marion Breckner, Lucy Kiwitz, Fred Werner, Hans Rückert und Reinhold Schubert) aufgetischt. Man konnte sich nun in Ruhe an die Gäste und Freunde wenden. Hoffentlich konnten wir mit dieser Gedächtnisfeier Wolfgangs Familie ein bisschen helfen und sie davon überzeugen, wie dankbar wir sind für das, was Wolfgang Schneider für das Deutschtum getan hat. Man darf annehmen, dass Wolfgang sich sicher gefreut hätte über die vielen besinnlichen und lobenden Worte, die wirklich von Herzen kamen. Vielleicht darf man auch annehmen, daß Wolfgang von St. Peter gleich in die Musikabteilung gebracht wurde und daß er dort nun die Musik für die Engel auswählen darf. Und dann kann man ja sicher sein, daß es an der Auswahl von deutschen Melodien nicht fehlen wird. Wir hier auf Erden sagen jedenfalls nochmals ein herzliches Dankeschön an Wolfgang Schneider. Wir werden Dich nicht vergessen. Theresa Berauer Los Angeles Soccer Club |
